Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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danke, ſo geſtehe ich doch, daß es mir lieber geweſen wäre, wenn Sie ſich nicht bei dem Rendezvous ein⸗ gefunden hätten.

Warum das, mein Herr? fragte der Baron verwundert.

Weil die bevorſtehenden Ereigniſſe Sie weit näher berühren, als Sie vermuthet haben und als Sie überhaupt vermuthen können.

Was wollen Sie damit ſagen?

Der Chevalier legte ſeine Hand auf die Schulter des jungen Mannes und ſagte mit vollendeter Würde:

Mein Herr, trotz der großen Verſchiedenheit unſeres Alters haben Sie mir durch Ihren feſten, von thörichten Vorurtheilen freien Character, ſo wie durch die Hoheit Ihrer Geſinnungen eine tiefe Achtung und, erlauben Sie mir es zu ſagen, eine lebhafte Freundſchaft eingeflößt. Gleichwohl haben weder dieſe Achtung noch dieſe Freundſchaft mich veranlaßt Sie in mein Vertrauen zu ziehen.

Und durch welchen andern Grund haben Sie ſich alſo leiten laſſen, mein Herr 9*

Hören Sie, es iſt beſſer, wenn Sie es nicht erfahren; es iſt beſſer, wenn Sie, ſo lange es noch Zeit iſt, ſich entfernen, ohne mich dahin zu beglei⸗ ten, wohin ich gehe. Ich entbinde Sie Ihres Eides, ich gebe Ihnen Ihr Verſprechen zurück und je mehr ich daran denke, um ſo mehr finde ich, daß nicht blos Rückſichten der Vernunft, ſondern auch der Biederkeit und Menſchlichkeit mir das zur Pflicht machen. Das arme Kind, das Sie geliebt haben und das Sie noch immer liebt, könnte mirs übel nehmen, wenn ich Sie bei der Züchtigung betheilige.