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„Ahl Sie ſind ein loſer Schalk, Chevalier; ich habe von Ihrem Treiben in Papaeti gehört: die ſchöne Mahaouni hat mir gar Mancherlei erzählt.“
„Doctor, ich ſchwöre Ihnen...“
„Ach was, Chevalier, mir gegenüber brauchen Sie nicht den Discreten zu ſpielen; früher oder ſpäter hätten Sie mirs doch ſagen müſſen; iſt es nicht mein Beruf dem Menſchen den Eintritt ins Leben zu erleichtern, wie auch ihm wieder hinaus⸗ zuhelfen?“
„Noch einmal, Doctor, was kann Sie auf den Gedanken bringen...“
„Dieß da, zum Henker!“ ſagte der Doctor, in⸗ dem er dem Chevalier einen goldenen Trauring hinhielt, den er vom Finger der noch immer bewe⸗ gungsloſen Kranken abgenommen,„dieſer Ring da, den ich während Ihrer Abweſenheit aufgemacht und unterſucht habe; läugnen Sie alſo Ihre Vaterſchaft nicht mehr, lieber Herr, Ihr Geheimniß iſt in gu⸗ ten Händen; ein Arzt iſt zu noch mehr Discretion verpflichtet, als ein Beichtvater.“
Der Chevalier war ganz verblüfft und glaubte zu träumen: er nahm den Ring, trennte ihn, indem er den Nagel ſeines Daumens mitten in die Peri⸗ pherie ſteckte, und als er den Ring geöffnet hatte, las er:—
Diendonno de la Graverie— Mathilde von Florsheim.
Er war dermaßen erſchüttert, daß er ſchluchzend und betend zugleich auf ſeine Kniee fiel.
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