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doch die Ruhe und Gewiſſenhaftigkeit, womit der Arzt ſich der Kranken näherte, ihren Athem ein⸗ ſog und ſie befühlte, ſeine Beſorgniſſe zu beſchwich⸗ tigen und ſeine Angſt zu mindern.
Seine Neigung zu dem armen Hund hatte be⸗ reits in das egoiſtiſche Gefühl, das er in ſeinem Herzen als Fahne aufgepflanzt, Breſche geſchoſſen; ſein ins Spiel gezogener Stolz und beſonders ſein Mitgefühl für die Leiden der Patientin vollendeten allmählig den Triumph über daſſelbe.
Er trat nun gleichfalls an den Schragen der Sterbenden und half dem Doctor die Ziegel um ſie her legen, welche dieſer Letztere aus der Mauer geriſſen und gewärmt hatte.
Der Wachtelhund begriff ohne Zweifel, warum man ſich um ſeine Gebieterin ſo bemühte; er ſprang vom Bett herab, um den beiden Männern freien Spielraum zu laſſen, und leckte die Hände des Chevalier.
Dieſes Zeichen von Erkenntlichkeit rührte Dieu⸗ donné tief; die Viſionen von Seelenwanderung kehrten in ſeinen Geiſt zuruck, und er rief mit Be⸗ geiſterung:
„Sei ruhig, mein armer Dumesnil, wir werden ſie retten.“ Der Doctor war zu ſehr mit der Kranken be⸗ ſchäftigt, um die eigenthümlichen Worte zu beachten, die der Chevalier zu dem ſchwarzen Hund ſagte; er begriff blos den allgemeinen Sinn derſelben. „Ja,“ ſagte er,„Chevalier, ja, laſſen Sie uns hoffen! Sehen Sie, die Extremitäten werden ſchon Dumas, Black. II. 3


