23
Man hörte kein Geräuſch aus den Zimmern kommen; es war klar, daß der Hund hier nicht Halt gemacht hatte.
Der Chevalier griff von Neuem nach dem Seil und ſetzte ſeine Aufſteigung fort.
Nach dem erſten Stock wurde die Treppe ſchma⸗ ler, was jedoch den Chevalier nicht hinderte den zweiten zu erreichen.
Er horchte wiederum.—
ter zweite Stock war eben ſo ſtumm wie der erſte.
Um weiter hinauf zu gelangen, endete die Treppe als Leiter, gleich jenen Frauen Virgils, deren Kör⸗ per als Fiſch endete.
Herr de la Graverie begann zu fürchten, der Hund möchte einen Ausgang, den er ſelbſt nicht geſehen, benützt haben, um aus dem Hauſe zu ent⸗ wiſchen und in einen Hof zu gelangen.
Aber in dieſem Augenblick hörte er über ſeinem Kopf das traurige und anhaltende Geheul ertönen, durch welches die Hunde einem ſehr verbreiteten Glauben zufolge den Tod ihres Herrn ankündigen.
Dieſes klägliche Geſchrei in dem düſtern Hauſe, das verödet ſchien, machte das Blut des Chevalier zu Eis in ſeinen Adern, die Haare ſtanden ihm zu Berge, und ein kalter Schweiß badete ſeine Stirne.
Aber er dachte beinahe ſogleich, daß Black an die Thüre ſeiner Gebieterin gekommen ſei und, da er ſie verſchloſſen gefunden, durch die Thüre hindurch dieſe klägliche Aufforderung an ſie erlaſſe.
Aller Wahrſcheinlichkeit nach war alſo das junge Mädchen nicht daheim.


