Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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zeigte er ſich und zwar oft genug, um den Cheva⸗ lier zu beunruhigen, traurig, bekümmert, befangen; er ſchaute die Wände an und betrachtete die Thüre mit einem ſehr beſtimmten Anſtrich von Schwer⸗ muth; durch alle dieſe Zeichen ſchien er dem Che⸗ valier begreiflich zu machen, daß weder die geraume Zeit die verfloſſen war, noch die gute Behandlung die er genoß, ihn dahin gebracht hatten ſeine Be⸗ ſitzerin zu vergeſſen; und dieſe Beharrlichkeit in einer Neigung, welche gänzlich außer der alten Ver⸗ bindung lag, die Dumesnil mit ihm allein verknü⸗ pfen ſollte, ſtörte den Chevalier am mächtigſten in der troſtreichen Idee, daß Black und ſein Freund Einer und Derſelbe ſeien.

Eines Abends, es war im Frühling, brach die Nacht herein; Herr de la Graverie, der einige Be⸗ ſuche zu machen wünſchte, raſirte ſich.

Tags zuvor und während des ganzen Tags hatte Black unruhiger geſchienen als gewöhnlich.

Auf einmal hörte der Chevalier auf der Treppe ein durchdringendes Geſchrei und erkannte die Stimme Mariannes, die verzweiflungsvoll rief:

Herr! Herr! zu Hilfe! zu Hilfe! Ihr Hund entflieht!

Herr de la Graverie warf ſein Meſſer weg, wiſchte ſein halbraſirtes Geſicht ab, ſchlüpfte in den nächſten beſten Rock, der ihm unter die Hand kam, und befand ſich in einer Minute im Erdgeſchoß.

Auf der Thürſchwelle fand er Marianne, die mit unverſtellter und wirklicher Angſt im Geſicht dem Wachtelhund nachſah, der über Hals und Kopf da⸗ vonlief und am äußerſten Ende der Straße verſchwand.