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Von dieſem Tage an begann für Dieudonné ein Leben voller Wonne; der Genuß machte den Che⸗ valier weder lau noch gleichgiltig gegen die Reize des Thieres; im Gegentheil wurde er mit jedem Tag anhänglicher an die Eroberung, die ihn ſo viel Mühe und Sorge gekoſtet hatte; jeden Tag entdeckte er an Black ſo ausgezeichnete Eigenſchaften, daß ſeine Ideen über die beſtändige Aufeinanderfolge der Weſen ſich ihm gar häufig wieder aufdrängten; er konnte dann nicht umhin Black mit einer gewiſ⸗ ſen Rührung anzuſehen; er redete ihm von der Vergangenheit vor, er erzählte ihm vorzugsweiſe all die Epiſoden ſeines Lebens, an welchen Dumes⸗ nil Theil genommen hatte; zuweilen verirrte er ſich in dieſen holden Erinnerungen wie in einem Zau⸗ berwald, und vergaß ſich ſo weit, daß er ihm, wie der Hauptmann dem Veteran, zurief:
„Denkſt Du daran?“
Und wenn in dieſem Augenblick der Hund ſei⸗ nen intelligenten Kopf erhob und ihn mit aus⸗ drucksvollen Augen anſchaute, da fielen bei dem Chevalier allmählig, wie die dürren Blätter vom Baume fallen, alle Zweifel, die er noch hegte, und während der paar Stunden, welche dieſer Anfall von Monomanie dauerte, konnte er ſichs nicht ver⸗ ſagen Black mit der dankbaren Ehrerbietung zu be⸗ handeln, die er ſonſt ſeinem Freunde gewidmet hatte.
So ging es ſechs ganze Monate fort.
Allerdings mußte der Wachtelhund, wenn er
nicht das difficilſte Geſchöpf ſein wollte, ſich als
den glücklichſten aller Vierfüßler betrachten; dennoch 2


