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daß der Chevalier, obſchon er Blut und Waſſer ſchwitzte, mit jeder Minute mehr Terrain verlor.
Wenn er es nicht mit der leibhaftigen Atalanta zu thun hatte, ſo mußte er doch ſicherlich ihre Schweſter vor ſich haben.
Man war auf den ſogenannten Petits-Prés, einem beinahe verlaſſenen Ort, angelangt; da nun der Chevalier die Diſtanz zwiſchen dem jungen Mäd⸗ chen und ihm mit jedem Schritt größer werden ſah, ſo veränderte er jetzt ſeine Taktik und rief mit ſei⸗ ner koſendſten Stimme:
„Mamſellchen, Mamſellchen, ich bitte Sie um Alles, bleiben Sie ſtehen! Ich kann wahrhaftig nicht mehr.“
Aber die Kleine achtete keineswegs auf das Bit⸗ ten ihres vermeintlichen Verfolgers, blieb alſo nicht ſtehen, ſondern beſchleunigte im Gegentheil ihre Schritte.
Der Chevalier glaubte, er ſei nicht gehört wor⸗ den, er hielt ſeine beiden Hände zuſammen, um ſich ein Sprachrohr daraus zu machen, und bot die ganze Kraft ſeines Athems auf, um ſtatt des Te⸗ nors, womit er das erſte Mal gerufen hatte, einen Baß hervorzubringen, als ihn das ſpöttiſche Lächeln, das er auf mehreren Geſichtern bemerkte, auf ein⸗ mal davon abhielt.
Er ſetzte ſich von Neuem in Bewegung, nur trabte er dießmal nicht, ſondern lief..
Aber je ſtärker er lief, um ſo ſtärker lief auch das Mädchen und um ſo größer wurde folglich die Diſtanz; er bemerkte ſie bald nur noch in Zwiſchen⸗ räumen und würde ſie gänzlich aus dem Auge ver⸗


