Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Ohne die Entrüſtung zu ahnen, die ſein Beneh⸗ men hervorrief, ſchritt der Chevalier unaufhörlich hinter dem Hunde her.

Was nun die Gebieterin des Hundes betrifft, welcher der Chevalier, wie geſagt, nicht die min⸗ deſte Aufmerkſamkeit geſchenkt hatte, ſo war ſie ein junges Mädchen von ſechzehn bis ſiebzehn Jahren, ſchmächtig und ſchwächlich, aber merkwürdig ſchön. Sie hatte die mattweiße Farbe, welche die Bläſſe der Brünetten iſt, ſchwarze Augen, denen die Länge ihrer Wimpern einen ſchwermüthigen Ausdruck ver⸗ lieh, ebenfalls ſchwarze fein geſchweifte Brauen, und in wunderlichem Widerſpiel gegen den ſchönen matten Teint prächtige aſchblonde Haare, deren üp⸗ pige Streifen unter einem kleinen Strohhut her⸗ vorquollen.

Ihr Anzug war mehr als einfach: ihr Merino⸗ röckchen war zwar ſauber, beſaß aber nicht den Glanz, welcher bei den Frauen, deren Klaſſe ſie anzugehören ſchien, das Sonntagskleid auszeichnet. Man ſah, daß dieſe beſcheidene Toilette die Arbei⸗ ten ihrer Beſitzerin getheilt haben mußte, und man kam auf die Vermuthung, daß ſie ihre ganze Gar⸗ derobe ſelbſt anfertige.

Das junge Mädchen bemerkte zuletzt mit aller Welt, obſchon nach aller Welt, die Beharrlichkeit, womit der alte Herr ſich an ihre Schritte heftete; ſie ging ſchneller in der Hoffnung ihn los zu wer⸗ den; aber an einer der Schranken, welche den Pfer⸗ den und den Fuhrwerken den Eingang in die den Fußgängern vorbehaltenen Spaziergänge verbieten, mußte ſie ſtehen bleiben, um die vor ihr kommen⸗