Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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zu nähern wünſchte, ſo fand er Nichts natürlicher, als daß er ihm bis auf eine Entfernung von zehn Schritten nachlief; von dieſer Diſtanz aus ſchritt er ſodann hinter dem jungen Mädchen her und trat manchmal, wenn ſie in Folge des Gewühls lang⸗ ſamer gehen mußte, buchſtäblich in ihre Fußſtapfen.

Wenn man nun dieſen Schritt, der ganz metho⸗ diſch nach dem Schritt einer andern Perſon geregelt wurde, ſo wie das Alter des jungen Mädchens, dem der Chevalier nachfolgte, in Anbetracht zieht, ſo wird man begreifen, daß die ganze Maſſe der Spa⸗ ziergänger von Chartres, ohne ihre Einbildungs⸗ kraft in große Unkoſten zu verſetzen, dem Chevalier lüſterne Abſichten unterſchob, die ſehr fern von ſei⸗ nen Gedanken lagen, und daß man in allen Grup⸗ pen Phraſen hörte wie folgende:

Haben Sie dieſen alten Wüſtling de la Gra⸗ verie geſehen, der am hellen Tag einem jungen Mädchen nachſtreicht? Nein, das iſt doch eine un⸗ erhörte Unſchicklichkeit!

Ei, die Kleine iſt hübſch.

SDe arme Chevalier wußte dieß ganz und gar nicht.

Meine Liebe, verſetzte dieſelbe Frau, die das Geſpräch eingeleitet hatte,ich habe immer eine ſchlechte Meinung von einem Manne gehabt, der ſein ganzes Vermögen verpraßt.

Wiſſen Sie auch, daß es nach einem ſolchen Scandal ſchwer ſein wird ihn zu empfangen? Aber ſehen Sie doch, die Augen treten ihm ja aus dem Kopfe hervor. Ei, ei, jetzt ſtreichelt er den Hund, um an das Mädchen zu kommen.