22
ſchloß, und daß der Schlüffel in Folge der Erſchüt⸗ terung mitten in die Straße flog.
Der Wachtelhund ſprang ihm nach, und ſo un⸗ gern auch die Hunde im Allgemeinen trotz der beſten Dreſſur Eiſen mit ihren Zähnen berühren, ſo nahm er doch auf delikate Art den Schlüſſel zwiſchen ſei⸗ nen obern und ſeinen untern Kiefer und brachte ihn Herrn de la Graverie, und zwar, wie man in der Jägerſprache ſagt, à Panglaise d. h. indem er ihm den Rücken zukehrte und ſich auf ſeinen Hin⸗ terpfoten aufrichtete, um ihn nicht mit ſeinen Vor⸗ derpfoten zu beſchmutzen.
Dieſes Manöver ließ, ſo verführeriſch es auch war, Herrn de la Graverie ungerührt, gab ihm jedoch Stoff zu einer gewiſſen Anzahl von Betrach⸗ tungen.
Die erſte war, daß er es nicht mit dem näch⸗ ſten beſten Hund zu thun habe, und daß dieſer hier, der ihm ſo eben einen ſolchen Beweis von Bildung gegeben, wenn auch nicht gerade ein gelehrter, doch jedenfalls ein wohlerzogener Hund ſei.
Ohne daß ſein erſter Entſchluß dadurch erſchüt⸗ tert wurde, begriff er jedoch, daß der Wachtelhund einige Rückſichten verdiente, und da bereits zwei oder drei Perſonen ſtehen geblieben waren, um ihn anzuſehen, da etliche Fenſtervorhänge auseinander⸗ flogen, ſo beſchloß er ſeine Würde nicht in einem Kampf bloszuſtellen, der in Betracht der Starr⸗ köpfigkeit und Stärke des Thieres leicht nicht zu ſeinem Vortheil enden konnte, ſondern eine dritte Per⸗ ſon zu Hilfe zu rufen.. Demgemäß ſteckte er den Schlüſſel, welchen der


