23
Wachtelhund ihm ſo eben zurückgebracht hatte, wie⸗ der in ſeine Taſche, zog an einem Rehfuß, der an einer kleinen eiſernen Kette hing, und machte die Glocke im Innern ertönen.
Obſchon ihr Schall deutlich zu dem Ohr des Che⸗ valier drang, ſo brachte ſie doch keine Wirkung her⸗ vor. Das Haus blieb ſtumm wie das Feenſchloß im Schlafwalde, und erſt als der Chevalier ſeine Aufforderung wiederholt und durch verdoppelte Anſtrengung zu verſtehen gegeben hatte, daß er nicht zuerſt müde zu werden gedenke, da verſchob ſich ein Fallfenſter im erſten Stock, und der gries⸗ grämige Kopf eines Frauenzimmers von etwa fünf⸗ zig Jahren kam zum Vorſchein.—
Dieſer Kopf ſteckte ſich mit ſolcher Behutſamkeit hervor, wie wenn ein neuer Einfall von Norman⸗ nen oder Koſaken gedroht hätte, und ſuchte den Urheber des ſonderbaren Lärms zu erkennen.
Aber Herr de la Graverie, welcher natürlich erwartete, daß die Thüre des Erdgeſchoſſes und nicht das Fenſter des erſten Stocks ſich öffnen würde, hatte ſich gegen die Thüre geſtellt, um auf möglichſt kürzeſtem Weg ins Haus gelangen zu können, und verſchwand im Schatten eines Karnie⸗ ſes, das ganz mit Mauernelken bedeckt war, welche grün und dicht wie in einem offenen Blumenbeet hervorwuchſen.
Es war alſo der Haushälterin unmöglich ihn zu bemerken; ſie ſah blos den Hund, der drei Schritte von der Schwelle ſaß und, indem er wie der Chevalier das Aufgehen der Thüre erwartete, ſeinen Kopf erhob und mit ſeinem verſtändigen


