ſeit der Reihenfolge der Jahrhunderte Seinesgleichen gegeben, untreu werden.
So philoſophiſch auch der Chevalier de la Gra⸗ verie in Folge einer langen Lebenserfahrung über dieſen Punkt hätte denken müſſen, ſo kam es ihn doch hart an, wieder einmal auf eigene Koſten die univerſelle Undankbarkeit zu erproben. Sein ein⸗ ziger Wunſch war daher, ſeine improviſirte Bekannt⸗ ſchaft vor den Verlegenheiten dieſer furchtbaren Prüfung zu ſchützen und ſich ſelbſt die Demüthi⸗ gungen zu erſparen, die daraus erwachſen konnten; nachdem er alſo zum letzten Mal die Tiefe ſeines Ueberrocks ſondirt; nachdem er ſich feſt überzeugt, daß es unmöglich war dieſe angenehmen Beziehun⸗ gen um die Dauer eines Zuckerſtückchens zu ver⸗ längern; nachdem er vor den Augen des Wachtel⸗ hundes ſeine Taſchen umgekehrt, um ihm ſeine vollſtändige Ehrlichkeit zu beweiſen, ſtreichelte er ihn noch freundlich, was zugleich ein Lebewohl und eine Aufmunterung bedeutete; dann ſtand er auf und ſetzte ſeinen Spaziergang fort, ohne daß er es wagte hinter ſich zu ſchauen. 4
Alles das bezeichnet, wie Ihr ſehet, den Che⸗ valier de la Graverie nicht als einen ſchlechten Mann und eben ſo wenig den Wachtelhund als einen ſchlechten Hund.
Wenn man einen Menſchen und einen Hund auf die Scene zu bringen hat, ſo iſt es ſchon viel, wenn der Menſch nicht böſe und der Hund nicht wüthend iſt. Ich glaube mich daher in Anbetracht dieſer erſten Unwahrſcheinlichkeit verpflichtet zu wie⸗


