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Im Uebrigen gehörte der Wachtelhund ent⸗ ſchieden zu dem Geſchlecht der Halunken.
Die Wohlthat war nicht ſo bald verſchlungen, als das Thier ſich ihrer nur zu erinnern ſchien, um eine andere zu verlangen; es that dieß mit einem verliebten Lecken ſeiner Lippen und mit den⸗ ſelben flehenden Spielen der Phyſiognomie, den⸗ ſelben demüthigen und liebkoſenden Haltungen, deren Wirkſamkeit es ſo eben erprobt hatte. Es hatte keine Ahnung davon, daß es wie beinahe alle Bett⸗ ler aufhörte intereſſant zu ſein, um überläſtig zu werden; aber ſtatt ihm ſeine Zudringlichkeit zu miß⸗ deuten, munterte der Chevalier ſeine ſchlimmen Neigungen auf, indem er ihm ſo lange Zucker⸗ ſtückchen zuwarf, bis ſeine Taſche gänzlich ausge⸗ leert war.
Das Rabelaisſche Viertelſtündchen der Erkennt⸗ lichkeit rückte heran. Der Herr Chevalier de la Graverie ſah, ihm nicht ohne eine gewiſſe Beſorgniß entgegen. Es liegt in der Wohlthat, die man einem Hunde ſpendet, immer eine Schattirung von Geckenhaftigkeit und ſogar Egoismus; man glaubt gerne, daß die Hand, von welcher ſie kommt, ihren ganzen Werth ausmache, und der Chevalier hatte ſo oft Schuldner, die er zu Dank verpflichtet, nach Höflingsart den abgeleckten Tellern die Ferſen zu⸗ wenden geſehen, daß er trotz des Anflugs von Dün⸗ kelhaftigkeit, den wir bezeichnen, ſich nicht allzu ſehr der Hoffnung hinzugeben wagte, ein einfaches Mit⸗ glied der hündiſchen Gemeinde werde den Ueber⸗ lieferungen und Beiſpielen, welche die Söhne Adams


