Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Allgemeinen und gegen die Hunde insbeſondere den Gleichgiltigen ſpielte, ſchenkte den äußeren Reizen des thieriſchen Individuums vor ihm nur geringe Aufmerkſamkeit. S

Er ſah ſich in ſeinen Erwartungen getäuſcht.

Während der Sekunde, welche zur Wahrneh⸗ mung deſſen, was hinter ſeinem Rücken vorging, ausgereicht, hatte der Chevalier de la Graverie ein ganzes Drama aufgebaut.

Es gab Diebe in Chartres.

Eine Bande von Beutelſchneidern hatte die Hauptſtadt der Beauce heimgeſucht, um die Taſchen ihrer Bürger auszubeuten, die dafür bekannt wa⸗ ren, daß ſie dieſelben mit Werthen aller Art voll⸗ ſtopften. Wenn dieſe frechen Halunken entlarvt, feſtgenommen, vor die Aſſiſen geſchleppt, ins Bagno geſchickt werden konnten, und wenn man dieſen glänzenden Erfolg lediglich dem Scharfblick und der feinen Naſe eines einfachen Flaneurs ver⸗ dankte, ſo war dieß etwas Herrliches, und man be⸗ greift, wie ſchmerzlich es dem Chevalier ſein mußte, von dieſen wechſelreichen Höhen in die eintönige Ruhe der täglichen Begegniſſe eines Spaziergangs durch die Stadt herabzuſinken.

i ſeiner erſten Regung von übler Laune gegen den Urheber dieſer Täuſchung verſuchte er es daher, den Zudringling durch ein olympiſches Stirnrunzeln fortzujagen, deſſen Allmacht das Thier unmöglich widerſtehen zu können ſchien.

Aber oh Wunder! der Hund hielt das Feuer dieſes Blickes unerſchrocken aus und ſah im Gegen⸗ theil ſeinen Widerpart ganz freundlich an. Er