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pfindung zu dem Gefühl des wirklichen Lebens
zurückgebracht wurde.
Es ſchien ihm, als ſuche eine verwegene Hand vexſtohlen in die linke Taſche ſeines Ueberrockes zu
gleiten.
Der Chevalier de la Graverie wandte ſich raſch um und bemerkte zu ſeiner großen Ueberraſchung ſtatt des Galgengeſichtes von einem Beutelſchneider die ehrliche und friedſame Phyſiognomie eines Hundes, der ſich durch ſeine Ertappung auf der That nicht im mindeſten beirren ließ und fortwährend die
Taſche des Chevaliers umſchnüffelte, indem er
freundlich mit dem Schwanz wedelte und verliebt ſeine Lippen beleckte.
Das Thier, das den Chevalier ſo unvermuthet ſei⸗
ner Träumerei entriß, gehörte zu der großen Race von
Wachtelhunden, die uns zu gleicher Zeit mit den Hilfs⸗ truppen, welche Jakoh I. ſeinem Vetter Carl VII. ſchickte, aus Schottland zugekommen ſind. Es war ſchwarz, hatte aber einen weißen Streif, der vom Hals an immer breiter wurde und über die Bruſt hinab bis zwiſchen ſeine Vorderpfoten ging, ſo daß er eine Art von Jabot bildete; ſein Schwanz war lang und wogend; ſein ſeidenweiches Haar hatte metalliſche Reflexe, ſeine Ohren, die fein, lang waren und tief hingen, umrahmten verſtändige beinahe menſchliche Augen, zwiſchen welchen ſich eine Schnauze hinzog, die an ihrem Ende ein wenig ins Feuer⸗ farbige ſpielte.
Für Jedermann war es ein prächtiges Thier, das alle Bewunderung verdiente; aber der Che⸗ valier de la Graverie, der gegen die Thiere im
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