Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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ſetzte er ſich methodiſch, wie ein alter täglicher Gaſt ſich in das Orcheſter der Comedie francaiſe geſetzt haben würde, und wartete, das Kinn auf beide Hände und die beiden Hände auf ſeinen goldenen Stockknopf geſtützt, bis der Trompetenſchall die drei Pfiffe des Regiſſeurs erſetzte.

Und in Wahrheit hätte an dieſem Tag das in⸗ tereſſante Schauſpiel des Pferdeputzens noch viele andere Leute, die weniger neugierig und blaſirt waren als unſer Chevalier, aufhalten und feſſeln können. Nicht als ob die tägliche Operation an und für ſich etwas Ungewöhnliches oder Unübliches gehabt hätte: nein, es waren dieſelben Pferde, Braune, Füchſe, Grauſchimmel, Rappen, Schecken. Sie wieherten oder knirſchten unter der Bürſte oder dem Striegel; es waren auch dieſelben Reiter in Holzſchuhen und Drilchhoſen, dieſelben gelangweilten Unterlieutenants, derſelbe ernſte und gewiegte Ad⸗ jutantmajor, der auf eine Verletzung des Regle⸗ ments lauerte, wie die Katze auf die Maus oder der Aufſeher auf die Schuljungen.

Aber an dem Tag, wo wir dem Chevalier de la Graverie begegnen, glänzte eine ſchöne Herbſt⸗ ſonne über dieſer beweglichen Maſſe von Zwei⸗ und Vierfüßlern, ſo daß der Werth des Ganzen und der Details verdreifacht wurde.

Nie hatten die Rücken der Pferde ſo ſchön ge⸗ ſchillert, nie hatten die Helme ſo viel Feuer aus⸗ geſtrahlt, nie hatten die Säbel ſo viel Blitze ent⸗ ſendet, nie waren die Phyſiognomien ſo accentuirt, kurz nie war der Rahmen ſo glänzend geweſen. Die zwei majeſtätiſchen Thurmſpitzen, welche die