Teil eines Werkes 
9.-11. Bdchn (1848)
Entstehung
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das

die Seide am Wachs

29 Du haſt den Brief? fragte er.

Ja, Herr.

Wie haſt Du ihn. Dir verſchafft?

Hätte ich Gildaz darum gebeten, ſo würde er ihn mir verweigert haben. Hätte ich ihm den Brief mit Gewalt nehmen wollen, ſo würde er mich geſchlagen und ohne Zweifel getödtet haben, da er ſtärker war, als ich.

Du haſt Liſt gebraucht?

Ich wartete, bis er mit mir in das Herz des Gebirges gekommen war, das die Grenze von Spanien und Frankreich bildete; die Pferde waren ſehr müde; Gildaz ließ ſie ausruhen, und entſchlief ſelbſt auf dem Moos am Fuß eines großen Felſen.

Ich wählte dieſen Augenblick, näherte mich Gil⸗ daz kriechend, und ſtieß ihm meinen Dolch in die Bruſt: er ſtreckte die Arme aus, gab einen dumpfen Schrei von Fch⸗ und ſeine Hände wurden ganz von Blut benetzt.

Doch er war nicht todt, ich fühlte es wohl. Es gelang ihm, ſeinen Säͤbel zu ziehen und mich in den linken Arm zu ſchlagen; ich durchbohrte ihm das Herz mit meinem Meſſer, und er ſtarb auf der Stelle.

im Wamms, ich zog ihn heraus:

aben. Ich zog über die Grenze und vollendete meine Reiſe, ohne beunruhigt zu werden. Hier iſt der Brief, habe.

Mothril nahm das Pergament, deſſen Siegel zwar unverſehrt, der aber von dem Dolch von Hafiz auf dem Herz von Gildaz völlig durchſtochen worden war.

Mit einem Pfeil, den ſer aus dem Kocher einer Wache nahm, durchlöcherte er das Siegel dergeſtalt, daß

6 zerriſſen wurde, und durchlief ſo⸗ fort gierig den Brief.