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„Mein Gott!“ 2
„Als wir unterlagen, denn Gildaz war verwundet, ſein Blut floß...“
„Armer Gildaz! und Du 24
„Ich auch, Herrin,“ ſprach Hafiz, indem er langſam ſeinen weiten Aermel aufſchlug und einen vom Eiſen eines Dolches durchfurchten Arm zeigte;„als wir ver⸗ wundet waren, nahm man uns unſer Geld, und ſogleich entflohen die Räuber.“
„Hernach, mein Gott! hernach?“
„Hernach, Herrin, wurde Gildaz vom Fieber be⸗ fallen, und er fühlte ſich dem Tode nahe.“
„Hat er nichts geſagt?“
„Doch, Herrin, als ſeine Augen ſchwer wurden, ſagte er zu mir:„„Höre, Du wirſt entkommenl! ſei ge⸗ treu, wie ich es war; eile zu unſerer Gebieterin und händige ihr dieſes Päckchen ein, das mir der franzoͤſiſche Herr anvertraut hat.““ Hier iſt es.“
Hafiz zog aus ſeinem Buſen einen ſeidenen, ganz von Dolchſtichen durchlöcherten und mit Blut befleckten
Umſchlag.
Dona Maria berührte ſchauernd die Seide, unter⸗
ſuchte den Inhalt und ſprach:
„Dieſer Brief iſt geöffnet worden.“
„Geöffnet!“ rief der Saracene, und riß die Augen erſtaunt weit auf.
„Ja, das Siegel iſt zerbrochen.“
„Ich weiß es nicht,“ erwiederte Hafiz.
„Du haſt ihn geöffnet, Du?“
„Ich! ich kann nicht leſen, Herrin.“
„Irgend Jemand alſo 2.
„Nein, Herrin, ſchau wohl die Oeffnung an der
Stelle des Siegels an: der Pfeil des Gebirgers hat das *☛
Wachs und das Pergament durchbohrt.“
„Es iſt wahr! es iſt wahr!“ ſagte Dona Maria
noch mißtrauiſch.


