Augen, mit allen Krümmungen vertraut, jeden Buſch, jeden Stein, jeden Schatten kannten, und er errieth den Tritt eines Maulthiers auf eine Entfernung von zwei Meilen.
Aiſſa kam nicht; es kam nichts von Spanien.
Im Gegentheil aber kamen von Frankreich in Zwi⸗ ſchenräumen, welche wie durch den Zeiger einer Uhr abgemeſſen waren, Truppen von Kriegsleuten, welche ihre Stellung in der Umgegend nahmen und ein Sig⸗ nal abzuwarten ſchienen, um gleichzeitig über die Grenze zu ziehen.
Die Anführer dieſer verſchiedenen Truppen pflogen eine Unterredung bei der Ankunft jeder neuen Truppe, und tauſchten in einigen Minuten ein Loſungswort und In⸗ ſtructionen aus, die ihnen genügend erſchienen, denn ohne eine andere Vorſichtsmaßregel verkehrten Leute von allen Waffen und allen Ländern mit einander und lebten in vollkommenem Einverſtändniß.
An dem Tag, wo Mauleon, minder mit Aiſſa be⸗ ſchäftigt, mehr über dieſe Ankunft von Menſchen und Pferden wiſſen wollte, erfuhr er, daß dieſe verſchiedenen Truppen auf einen Oberanführer und auf neue Ver⸗ ſtärkungen warteten, um in Spanien einzuziehen.
„Und wie heißt dieſer Anführer?“ fragte er.
„Wir wiſſen es nicht; er wird uns mit ſeinem Namen ſelbſt bekannt machen.“
„So wird alle Welt in Spanien einziehen, nur ich nicht!“ rief Agenor in Verzweiflung.„Ohl mein Schwur, mein Schwur!“
„Eil edler Herr,“ erwiederte Muſaron,„der Schmerz macht, daß Ihr den Kopf verliert. Es gibt eeinen Schwur mehr, wenn Dona Aiſſa nicht kommt; ſie kommt nicht, ziehen wir weiter.“ 4
„Es iſt noch nicht Zeit, Muſaron; die Hoffnung
bleibt mir, ich habe noch Hoffnung! Ich werde ſie im⸗ mer haben, denn ich werde ſie immer lieben!“
„Ich moͤchte nur eine halbe Stunde mit dem klei⸗


