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verſehrt und ohne daß ein Haar von ſeinem Haupte
fällt, weggehen ſehen, oder wehe Dir!“ „Du liebſt alſo dieſen Elenden?“ rief Mothril. „Ich liebe ihn,“ erwiederte Aiſſa.
„Ein Grund mehr, daß er ſtirbt; ſtoßt zu!“ rief
Mothril, während er ſelbſt ſeinen Dolch ſchwang.
„Mothril,“ ſprach, die Stirne faltend, das Mädchen, aus deſſen Augen ein doppelter Blitz hervorſprang,
„haſt Du nicht verſtanden, was ich ſagte? Muß ich Dir noch einmal wiederholen, es ſei mein Wille, daß dieſer Mann auf der Stelle von hier weggehe?“
„Stoßt zu!“ rief Mothril wüthend. 4
Agenor machte eine Bewegung, um ſich zu ver⸗ theidigen.
„Warte,“ ſagte ſie,„und Du wirſt den Tiger ein Lamm werden ſehen.“
Bei dieſen Worten zog ſie aus ihrem Gürtel einen feinen, ſcharfen Dolch, entblößte ihren Buſen, ſo ſchön und golden wie die Granaten von Valencia, und preßte die Spitze auf das Fleiſch, das unter dem gefährlichen Druck nachgab.
Der Maure ſtieß ein Angſtgeſchrei aus.
„Höre,“ ſprach ſie,„beim Gott der Araber, den ich verleugne, beim Gott der Chriſten, der fortan mein Gott ſein wird, ſchwöre ich Dir, daß ich mich tödte, wenn dieſem jungen Mann Unglück widerfährt.“ 4
„Aiſſa!“ rief der Maure,„habe Mitleid, Du machſt mich wahnſinnig!“
„So wirf Deinen Kandſchiar weg,“ ſagte das Mädchen.
Der Maure gehorchte.
„Befiehl Deinen Sklaven, daß ſie ſich entfernen.“ Mothril machte ein Zeichen und die Sklaven ent⸗
fernten ſich. 4 Aiſſa ſchaute mit einem langen Blicke umher, wie es eine Königin thut, welche ſich verſichern will, ob man ihr gehorche. Dann heftete ſie auf den jungen Mann ihren


