Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

lief er nach der Mauer, an die er die Leiter angelegt atte.

z Die ſüße Laſt hatte in der That kaum ein Gewicht für den jungen Mann, der wie ein Pfeil durch die Baumgruppen und Alleen hinſchoß.

Schon erblickte er die düſtere, halb unter einer Reihe von Bäumen verborgene Mauer, als plötzlich Aiſſa, behender als eine Natter, mit ihrem ganzen Leib an dem Leibe des jungen Mannes hinſtreifend, aus den Armen von Agenor ſchlüpfte..

Mauleon blieb ſtehen, die Maurin war zu ſeinen Füßen gekauert und ſtreckte die Hände in der Richtung der Mauer aus.

Siehſt Du! ſagte ſie.

Mauleon folgte dem bezeichnenden Finger und erblickte eine weiße, hinter den erſten Sproſſen gekauerte Form.

Oho! ſprach Agenor zu ſich ſelbſt,ſollte es Muſaron ſein, der für mich bange hat und über uns wacht? Nein, nein, fügte er bei,Muſaron iſt zu klug, um ſich der Gefahr auszuſetzen, durch einen Miß⸗ griff einen Degenſtich zu bekommen.

Der Schatten erhob ſich, und ein bläulicher Blitz zuckte aus ſeinem Gürtel. 4

Mothril! rief Aiſſa.

Durch dieſes Wort erweckt, nahm Agenor das Schwert in die Hand.

Ohne Zweifel hatte der Maure das Mädchen noch nicht erblickt, oder vielmehr noch nicht in der ſeltſamen Gruppe erkannt, welche der Chriſt die Maurin in ſei⸗ nen Armen forttragend bildete; aber ſobald er die Ausrufung von Aiſſa gehört, ſobald ſich ihre hohe, ſchlanke Geſtalt vom Schatten losgemacht hatte, ſtieß er einen furchtbaren Schrei aus und ſtürzte blindlings gegen Agenor zu.

Doch die Liebe war noch behender als der Haß. Mit einer Bewegung, raſch wie der Gedanke, ließ Aiſſa