Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1848)
Entstehung
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Ernauton bereit zu halten, bemächtigte ſich der Leiter, die er an der Mauer an derſelben Stelle, wie am Tage vorher, anlegte, und ſtieg ohne einen Unfall in den Garten des Prinzen von Wales hinab.

Es war eine Nacht, ähnlich den ſchönen Nächten des Orients, ähnlich der ſchönen vorhergehenden Nacht, ähnlich dem, was die folgende Nacht ſein ſollte, näm⸗ lich voll von Wohlgerüchen und Geheimniſſen.

Nichts ſtörte alſo die Heiterkeit des Herzens von Agenor, wenn nicht gerade die Fülle ſeiner Freude; denn das, was man die Ahnung nennt, iſt zuweilen nur das Uebermaß der Seligkeit, welches bewirkt, daß man für dieſes zerbrechliche Glück zittert, das durch ſo viele Stöße zertrümmert werden kann. Wer nicht Un⸗ ruhe empſindet, iſt nicht völlig glücklich, und ſelten iſt der muthigſte Liebhaber zu dem Rendez⸗vous gegangen, das ihm ſeine Gebieterin gegeben, ohne einen Schauer der Angſt zu fühlen..

Wüthend vor Liebe, wie jene ſchönen Feen der brennenden Klimate, wo ſie zuerſt das Tageslicht er⸗ blickte, hatte Aiſſa ihrerſeits den ganzen Tag an die vorhergehende Nacht, die ihr wie ein Traum vorkam, und an die Nacht, welche ſie erwartete und die ihr der ſüßeſte Ausdruck des Glückes zu ſein ſchien, gedacht; auf den Knieen am offenen Fenſter, die Abendluft und den Wohlgeruch der Blumen einathmend, alle ſympa⸗ thetiſchen Empfindungen ſchlürfend, welche die Gegen⸗ wart ihres Geliebten offenbarten, lebte ſie nur durch den Gedanken an dieſen Mann, den ſte noch nicht hörte, noch nicht ſah, aber im geheimnißvollen Schweigen der Nacht errieth.

Plötzlich vernahm ſte etwas wie ein Streifen in den Blättern, und ſie neigte ſich erröthend vor Wonne unter die Blumen, die ihren Balcon zierten.

Das Geräuſch verdoppelte ſich, ein ſchüchterner Tritt, der die Pflanzen berührte, ein unſicherer, bei⸗