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Ich, der ich ſeit beinahe ſechs Wochen Tag und Nacht mmit ihm reiſe, habe es nur mit Mühe dahin gebracht,. daß er ſie mich ſehen ließ.“ 4 Der ſchwarze Ritter antwortete; doch Agenor küm⸗
merte ſich nichts um ſeine Antwort. Was er zu wiſſen
wünſchte, wußte er nun: daß Aiſſa allein war. Bei 3 dem Klange der väterlichen Stimme hatte ſie ſich ſogar 3 erhoben und neugierig, wie eine Chriſtin, aus ihrem
Fenſter geneigt, um mit dem Auge den drei geheimniß⸗
vollen Spaziergängern zu folgen.
Der Ritter eilte aus dem Gebüſch hervor und war mit zwei Sprüngen unter dem Fenſter, das ungefähr zwanzig Fuß über der Erde ſein mochte.
„Aiſſa, erkennſt Du mich?“ ſagte er.
So ſehr ſie auch Herrin über ſich ſein mochte, ſo wich die mauriſche Jungfrau doch mit einem unwill⸗ kührlichen kleinen Schrei zurück. Doch alsbald erkannte ſie denjenigen, welcher beſtändig in ihren Gedanken wohnte, ſtreckte die Arme gegen ihn aus und fragte ihn:
„Biſt Du es, Agenor?“
„Ja, ich bin es, meine Liebe. Doch wie ſoll ich zu Dir gelangen, zu Dir, die ich auf eine ſo wunderbare Weiſe wiederfinde? Haſt Du nicht eine ſeidene Leiter?“
„Nein,“ erwiederte Aiſſa,„aber morgen werde ich eine haben. Mein Vater wird die Nacht im Palaſt des Prinzen zubringen. Komm' morgen; doch dieſen Abend nimm Dich in Nacht, denn ſie ſind in der Gegend.“
„Wer dies?“ fragte Agenor.
„Mein Vater, der ſchwarze Prinz und der König.“
„Welcher König?“
„Der König Don Pedro.“)
Agenor dachte an Enrique, der ſich vielleicht ſeinem Bruder von Angeſicht zu Angeſicht gegenüber finden ſollte, ſprach:„Morgen!“ und eilte unter die Bäume, wo er alsbald verſchwand.
Agenor täuſchte ſich nur halb. Die drei Spazier⸗
ſich weigert, Euch ſeine Tochter dieſen Abend zu zeigen.


