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249 Er ſetzt unter weithin aſtiger Ciche Ermattet ſich nieder im Abendſtrahl, Lauſcht Zaubertönen ſanft wie die Liebe
Und ſtark wie rauſchender Waffen Schall In wunderſamem Gemenge.
Er ſchaut zum Wipfel, der fränkiſche Ritter,
Und ſiehe, es däucht ihm ein wirrender Traum; Sirenenblick funkelt dem Späher entgegen,
Ein Fräulein hoch oben ſchwebend am Baum,
Gebunden an goldenen Locken der Haare.
Hernieder ſie ruft mit lieblicher Stimme: Gewaltiger Ritter, erzittere nicht!
Das Fräulein, verſtoßen, dem außer dem Neſte Von Moos und Geblätter Alles gebricht,
Iſt Tochter des Königs und ſeiner Gemahlin.
Ein Sprößling von mächtigem Herrengeſchlecht, An ihrer Wiege ein glänzender Thron, Caſtiliens Königin nennt ſie die Mutter, Der Ahnherren jeder ein Königſohn, In fürſtlicher Gruft als Könige ſchlummernd.
Weh' mir, es ward mir das Urtheil geſprochen, Zu ſchmachten, wohin kein Retterarm dringt, In einſamer Waldnacht zum fünfzehnten Jahre, Doch morgen die Rettungsſtunde erklingt, Da werd' ich zum zweiten Male geboren.
Freund Ritter, ohl nimm mich mit Dir von hinnen, Ich fleh', wie liegend auf bebendem Knie
Wir fleh'n hinauf zu den Heil'gen des Himmels Und gläubigen Herzens zur Mutter Marie.
Nimm mich als Freundin Dir oder Verlobte.
Agenor hörte nicht mehr; er machte einen Sprung,


