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ſetzte er ſich alſo an das Fenſter und fing an mit der ganzen Poeſie ſeiner zwanzig Jahre, die Augen auf die herrlichen Bäume geheftet, durch deren Blätterwerk nur mit Mühe einige Mondſtrahlen drangen, wieder an dem Geſtade des Lebens hinaufzuſteigen, das immer mehr mit Blumen beſtreut iſt, je mehr man ſich der Kindheit nähert. Der Himmel war rein, die Luft mild und ruhig; der Fluß glänzte in der Ferne wie die ſil⸗ bernen Schuppen einer ungeheuren Schlange; doch in Folge einer Laune der Einbildungskraft, geſchah es nun durch die Aehnlichkeit der Landſchaft, durch die Rückkehr der gleichen Stunde, oder durch die Wohlgerüche der Orangenbäume der Guienne, welche ſo ſehr an die von Portugal und Andaluſien erinnern, zog ſein Geiſt mit Flammenflügeln über die Berge hin und ließ ſich zu den Füßen der Sierra Eſtrella, am Ufer des Flüßchens nieder, das ſich in den Tajo wirft und an deſſen Rande er, angezogen durch die Töne der Guzla, zum erſten Male mit der ſchönen Maurin von Liebe geſprochen hatte.
Plötzlich, mitten unter dieſer mächtigen Berauſchung
glänzte ein Schein, von dem geheimnißvollen Palaſte
kommend, wie ein Stern durch das Blätterwerk, und bald, o ſeltſames Wunder! das der Ritter für einen Irrthum ſeiner Sinne hielt, glaubte Mauleon die Töne einer Guzla zu hören. Er horchte ganz bebend auf dieſe
Accorde, welche nur ein Vorſpiel waren; darauf aber
ſang eine reine, melodiſche Stimme, eine Stimme, welche man nie mehr verkennen durfte, wenn man ſie einmal gehört hatte, in ſchönem Caſtilianiſch die alte ſpaniſche Romanze:
Ein kühner Ritter mit ſtolzer Miene,
Auf bäumendem Roſſe mit muthigem Gang, Ein ſchöner Ritter aus Aragons Gauen,
Auf wilder Jagd den Tag entlang, Hatt' Falken und Hund' im Gehölze verloren.


