.19
geſchmack von der Glückſeligkeit, welche für die wahren Gourmands aus einem wohlgeordneten und wohlſer⸗ virten Mahle entſpringt. Der Spieß drehte ſich, die Caſſeroles ſangen, die Röſte arbeiteten, und mitten unter allem dieſem Geräuſch ſchlug die Glocke wie ein har⸗ moniſcher Aufruf zur Tafel ſechs Uhr.
Der Ritter rieb ſich die Hände und der Chronik⸗ ſchreiber fuhr mit dem Ende ſeiner Zunge über ſeine Lippen. Die Chronikſchreiber ſind im Allgemeinen ſehr leckerhaft, und das iſt noch viel ſchlimmer, wenn ſie zu⸗ gleich Chronikſchreiber und Geiſtliche ſind.
In dieſem Augenblick und wie von einem und eben⸗ demſelben Punkte ausgehend, nämlich vom Spieße, durchliefen die Blicke der zwei Reiſenden in entgegen⸗ geſetzter Richtung eine Kreislinie, um ſich zu ver⸗ ſichern, die verheißenen Genüſſe wären wirkliche Ge⸗ nüſſe und nicht phantaſtiſche Mahle, wie ſie von bos⸗ haften Zauberern den alten fahrenden Rittern verſpro⸗ chen wurden. Eine Art von Hausknecht trat ebenfalls in die Küche und ſagte dem Wirth ein Wort ins Ohr.
„Ah, Teufel!“ machte dieſer, indem er ſich hinter dem Ohre kratzte,„und Du ſagſt, es gebe keinen Platz für die Pferde dieſer Herren?“
„Nicht den kleinſten, Herr; der Ritter, der ſo eben eingetroffen, hat die letzten zwei Plätze nicht im Stall, der ſchon voll war, ſondern im Schoppen in Beſchlag ge⸗ nommen.“.
„Oh! oh!“ verſetzte Meſſire Eſpaing,„wir ver⸗ möchten uns kaum von unſeren Pferde zu trennen; doch wenn Ihr durchaus keinen Platz hier habt, ſo würden wir, um die guten Zimmer, von denen Ihr geſprochen, nicht zu verlieren, einwilligen, wenn ſie mit unſeren Knechten in einem Hauſe in der Stadt untergebracht würden.“
„In dieſem Fall, edler Herr, kann ich Euch dienen, und Eure Pferde werden dabei gewinnen, denn ſie ſollen in Ställen untergebracht werden, wie der Graf von Foix keine ähnliche hat.“


