Agenor. 183
Aiſſa's weißes Kleid erfaſſen, er klammerte ſich mit der Hand daran feſt und ſchwang ſein Schwert über Mothrils Kopfe. Aber dieſer wendete ſich plötzlich und hieb mit einem geſchickten Schlage ſeines türkiſchen Dolches Age⸗ nors rechte Hand ab, die an dem Kleide hängen blieb.
Der junge Mann ſtieß einen lauten Schrei des Schmerzes aus; aber die Wuth verdoppelte ſeine Kräfte, ſein Schwert hob ſich von neuem, und hätte Mothril ſeinem Pferde nicht einen Seitenſprung machen laſſen, ſo wäre es um ihn geſchehen geweſen.
„Gieb ſie mir!“ rief Agenor mit ſchwächer werden⸗ der Stimme;„Du ſiehſt, daß Du mir nicht entgehen kannſt. Gieb ſie mir, ich liebe ſie!“
„Auch ich liebe ſte!“ verſetzte Mothril, indem er ſein Roß zu immer größerer Eile ſtachelte.
Inzwiſchen hatte Muſaron auch das dritte Pferd aufgefunden, und er kam über Steine und Baumſtämme herbeigeſprengt, um ſeinen Herrn zu unterſtützen.
Mothril wendete ſich um, und als er den Knappen dicht hinter ſich erblickte, ſah er ein, daß er verloren war.
„Du verlangſt dieſes junge Mädchen...“ rief er aus.
„Ja,“ erwiederte Agenor,„und ich werde ſie be⸗ kommen!“
„Wohlan, ſo nimm ſie hin.“


