182 Agenor.
Vorſprung gewann und eines der drei Pferde erreichen konnte. Mothril ergriff es an der Mähne, hob Aiſſa hinauf, ſchwang ſich dann ſelbſt in den Sattel und jagte im Galopp davon.
Als Mauleon den Huftritt des enteilenden Roſſes hörte, erreichte ſeine Wuth den höchſten Grad und mit der Kraft der Verzweiflung begann er von neuem zu laufen; allein bald fiel er erſchöpft und athemlos zu Boden.
„Herr Ritter!“ rief Muſaron in dieſem Augenblicke, „hier iſt ein Pferd! kommt raſch, ich halte es.“
Wie durch Zauber kehrten Agenors Kräfte zurück; er ſprang in den Sattel und eilte Mothril nach. Sein Roß war kein andres als der prachtvolle Schimmel Don Pedro's, der in ganz Andaluſten nicht ſeines Gleichen hatte. Bald näherte er ſich Aiſſa und rief ihr zu:
„Muth! hier bin ich!“
Mothril zerſtach mit ſeinem Dolche die Weichen ſei⸗ nes Roſſes, das vor Schmerz laut wieherte.
„Gieb ſte mir,“ rief Agenor dem Mauren zu,„ich ſchwöre Dir bei dem lebendigen Gott, Dich fliehen zu laſſen, wohin Du willſt!“
Mothril antwortete darauf mit einem höhniſchen Ge⸗ lächter. Doch endlich fühlte er auf ſeinem Rücken den heißen Athem von Agenors Roſſe; der junge Ritter konnte
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