jungen in Sammet gekleideten Leuten und edeln Damen in mit Wappen geſtickten Kleidern, und unter dieſen jun⸗ gen Leuten und dieſen edlen Damen war der ſchönſte junge Mann Otto und die ſchönſte Burgfrau Emma, der eine der Sohn, die andere die Frau des Landgrafen Ludwig von Godesberg, des Herrn des Schloſſes und Waffenbruders des guten Ritters, der ſo eben angekom⸗ men war.
Uebrigens hatte die Erſcheinung dieſes ſeine Wirkung hervorgebracht; allein in Mitte aller Eingeladenen erſchien er, wie Wilhelm Leonoren, noch ganz mit ſeiner Schlacht⸗ rüſtung bedeckt, deren dunkler Stahl ſeltſam gegen die heitern und lebhaften Farben des Sammets und der Seide abſtach. Aller Augen wandten ſich daher auch ſo⸗ gleich nach ſeiner Seite, mit alleiniger Ausnahme derer des Grafen Ludwig, welcher an der entgegengeſetzten Thür ſtehend, in ſo tiefe Gedanken verſunken ſchien, daß ſeine Blicke keinen Augenblick lang ihre Richtung verän⸗ derten. Karl erkannte ſeinen alten Freund, und ohne ſich weiter um die Sache zu bekümmern, welche ihn beſchäf⸗ tigte, ging er durch die benachbarten Zimmer, und nach einem hitzigen aber ſiegreichen Kampfe mit dem Gedränge, erreichte er dieſes abgelegene Zimmer, an deren einer Thür er, als er durch die andere eintrat, den Grafen
Ludwig erblickte, der ſeine immer finſtere Stellung nicht
gewechſelt hatte... Karl blieb von Neuem einen Augenblick lang ſtehen,
um dieſe ſeltſame Traurigkeit zu erforſchen, die noch weit
auffallender bei⸗dem Wirthe war, der den Andern alle


