— 13—
Freude gegeben und nur die Sorgen für ſich behalten zu haben ſchien; dann endlich ſchritt er vor, und als er ſah, daß er bis zu ſeinem Freunde gelangt war, ohne daß das Geräuſch ſeiner Schritte ihn aus ſeinen Gedanken zu we⸗ cken vermogt, ſo legte er ihm die Hand auf die Schulter.
Der Landgraf erbebte und blickte auf. Sein Geiſt und ſeine Gedanken waren aber ſo ſehr in einem ganz verſchiedenen, ihn zerſtreuenden Ideengang vertieft, daß er einige Zeit lang und ohne es zu erkennen, das offene Ge⸗ ſicht deſſen anblickte, den er zu jeder andern Zeit mit ge⸗ ſchloſſenem Viſir in Mitte des ganzen kaiſerlichen Hofes genannt haben würde. Aber Karl ſprach den Namen Lud⸗ wig aus und öffnete die Arme; der Zauber war gebro⸗ chen, Ludwig warf ſich an die Bruſt ſeines Waffenbru⸗ ders; eher wie ein Mann, der an ihr eine Zuflucht ſucht, als wie ein Freund, der vergnügt iſt, einen Freund wie⸗ derzuſehen.
Indeſſen ſchien dieſe unerwartete Rückkehr bei dem tiefſinnigen Wirth dieſes fröhlichen Feſtes eine glückliche Zerſtreuung hervorzubringen. Er zog den Ankommenden an das andere Ende des Zimmers, und hieß ihn ſich dort in einen weiten Seſſel von Eichenholz ſetzen, über den ein Himmel von Goldtuch angebracht war; er ſetzte ſich neben ihn, wobei er ſeinen Kopf in dem Schatten verbarg, und indem er ihn bei der Hand ergriff, bat er ihn um die
Erzählung deſſen, was ihm während der langen dreijaͤhri⸗
gen Abweſenheit, die ſie von einander trennte, begegnet wäre. Karl erzählte ihm Alles mit der kriegeriſchen Weit⸗
2 ———


