Druckschrift 
Otto der Schütz : rheinische Sage ; Chronik von König Pipin / von Alexander Dumas. Aus dem Franz. von W. L. Wesché
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

auf Godesberg ſtatt. Kaum war demnach der Graf Karl abgeſtiegen, als ein Haufen von Dienern und Knech⸗ ten erſchien, um ſich ſeines Pferdes zu bemächtigen und es in die Ställe zu führen. Aber der Ritter trennte ſich nicht ſo leicht von ſeinem treuen Gefährten; er wollte es daher auch der Obhut Niemandes anvertrauen, und in⸗ dem er es ſelbſt bei dem Zügel nahm, führte er es in einen abgeſonderten Stall, in welchen man die eigenen Pferde des Landgrafen von Godesberg ſtellte. Obgleich über dieſe Kühnheit erſtaunt, ließen ihn die Diener doch gewähren, denn der Ritter hatte mit ſolcher Zuverſicht gehandelt, daß er ihnen dadurch das Vertrauen eingeflößt hatte, er habe das Recht, ſo zu handeln.

Als Hans, das war der Name, welchen der Graf ſeinem Pferde gab, an einem der leeren Plätze angebun⸗ den, ſein Stand gehörig mit Stroh, ſeine Krippe mit Hafer und ſeine Raufe mit Heu verſehen worden war, dachte der Ritter an ſich ſelbſt, und nachdem er das edle Thier, das ſein bereits begonnenes Mahl unterbrach, um durch ein Wiehern zu antworten, noch einige Male ge⸗ ſtreichelt, ſchritt er auf die große Treppe zu und gelangte trotz der auf allen Wegen von den Pagen und von den Knappen gebildeten Verſperrungen bis nach den Gemä⸗ chern, in denen ſich für den Augenblick der ganze Adel der Umgegend verſammelt befand.

Der Graf Karl verweilte einen Augenblick lang an einer der Thüren des Hauptſaales, um einen Blick auf das am meiſten glänzende Ganze des Feſtes zu werfen. Es war belebt und geräuſchvoll, ganz buntſcheckig von