— 10—
hatte, es weder durch Worte noch mit dem Sporn anzutrei⸗ ben, ſteigerte es ſeinen Eifer, ſo daß ſie nach Verlauf eines Augenblickes das kleine, in einem Baumdickicht ver⸗ ſteckte Dorf Godesberg in der Dunkelheit zu ihrer Linken ließen, und indem ſie den Weg verließen, welcher von Rolandseck nach Bonn führt und ſich ein zweites Mal links wandten, ſchritten ſie geraden Weges auf das auf der Höhe eines Hügels liegende Schloß zu, welches den⸗ ſelben Namen als das Dorf führt, ſei es nun, daß es ihm denſelben gegeben, oder denſelben von ihm erhal⸗ ten hat.
Es war jetzt augenſcheinlich, daß das Schloß Godes⸗ berg das Ziel der Reiſe des Grafen Karl war, aber was noch weit ſicherer war, daß er an den Ort ſeiner Be⸗ ſtimmung mitten in einem Feſte anlangen würde. In dem Maße, als er den ſchneckenförmigen Weg hinaufritt, welcher von dem Fuße des Berges ausging und an dem großen Thore endigte, ſah er jede Seite des Schloſſes nach der Reihe Licht aus allen ihren Fenſtern verbreiten; dann ſah er hinter den hell erleuchteten Vorhängen ſich zahlreiche Schatten bewegen, welche mannigfaltige Gruppen bildeten. Er ſetzte nichts deſto weniger ſeinen Weg fort, ſo daß er einige Minuten nachher durch das Schloßthor ritt, obgleich es nach dem leichten Runzeln ſeiner Stirn nicht ſchwer geweſen wäre, zu ſehen, daß er vorgezogen hätte, in den vertrauten Familienkreis zu treten, als in das Getümmel eines Feſtes.
Der Hof war voll von Knappen, Dienern, Pfer⸗ den und Sänften, denn wie wir geſagt, fand ein Feſt


