dem Augenblicke, wo man das Fallgatter hinter ihm her⸗ abließ, der bis dahin in Mitte des Wolkenmeeres, das ſeine phantaſtiſchen Wellen an den Himmel dahin rollte, verſchleierte Mond gerade in einen, wie ein ruhiger See reinen und glaͤnzenden Raum trat, ſo wollen wir dieſen flüchtigen Strahl benutzen, um einen raſchen Blick auf den nächtlichen Reiſenden zu werfen.
Er war ein Mann von vierzig bis fünfzig Jahren, von mittlerer Größe, aber von athletiſchem und breit⸗ ſchultrigem Baue, der, ſo ſehr ſtimmten ſeine Bewegun⸗ gen mit denen ſeines Pferdes überein, mit ihm aus dem⸗ ſelben Felſenblocke gehauen zu ſein ſchien. Da man ſich in Freundes Land, und dem zu Folge fern von aller Ge⸗ fahr befand, ſo hatte er ſeinen Helm an den Sattelknopf gehängt, und trug nur eine kleine, mit Tuch gefütterte Kapuze von Panzerringen, die, wenn der Helm an ſeinem gewöhnlichen Orte war, ſpitz zwiſchen den beiden Schultern herabfiel, um ſeinen Kopf gegen die feuchte 5 Nachtluft zu ſchützen. Wahr iſt es, daß ein langes und dichtes Haar, das grau zu werden begann, ſeinem Herrn denſelben Dienſt erwies, welche ihm die bequemſte Kopf⸗ 2 bedeckung hätte erweiſen können, indem es außerdem, wie 4 in einen natürlichen Rahmen, ſein zugleich ernſtes und friedliches Geſicht, wie das eines Löwen einfaßte. Was ſeinen Stand anbelangt, ſo wäre er nur für die wenigen Perſonen ein Geheimniß geweſen, welche zu jener Zeit die heraldiſche Sprache nicht kannten, denn wenn man die Augen auf ſeinen Helm warf, ſo ſah man aus ſeiner Grafenkrone, welche deſſen Schmuck bildete, einen nackten


