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Die Gräfin von Salisbury : historischer Roman / von Alexandre Dumas. Deutsch von Friedrich Wilhelm Bruckbräu
Entstehung
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Gang in ihr Schlafzimmer drangen, und darin Roger Mortimer, ihren Günſtling, verhafteten?

Nein, nein, verſetzte Eduard mit einer leichten Regung der Ungeduld, welche bei ihm die Erinne⸗ rung an die Aufführung ſeiner Mutter reizte.Nein, Walter, die Königin iſt von dieſen Verirrungen zurück⸗ gekehrt, und bereuet den Fehler, Verirrungen und Feh⸗ ler, die ich, als Sohn, ſie vielleicht allzuhart büßen

ließ, da ich ſie ſeit jener Zeit, und zwar ſchon zehn

Jahre lang, in einem Thurme des Schloſſes Reding ein⸗ geſperrt halte. Was einen neuen Liebhaber betrifft, ſo glaub' ich, dieß ſey nicht zu befürchten; die Hin⸗ richtung Mortimer's, den ich auf einer Truhe durch die Straſſen von London ſchleppen, und welchem ich, ganz lebendig, ſein Verrätherherz ausreißen ließ, hat darge⸗ than, daß der Titel eines Günſtlings theuer zu ſtehen komme, und bisweilen eine in ihrer Behauptung ge⸗ fährliche Würde ſey.

Es iſt alſo lediglich der Beſuch eines unterwürfigen und ehrerbietigen, und faſt reuigen Sohnes, möchte ich ſagen; denn es giebt Momente, in denen ich zweifle, ob alle dieſe Dinge, die man über dieſt hat, welche meine Mutter iſt, ſelbſt fi 1 ſeyen, die am wenigſten daran zu zweifeln ſcheinen. Schlafe alſo ruhig, mein guter Walter; träume von Turnieren, von Schlachten und von Liebe, wie es einem tapfern und ſchönen Ritter geziemt, und laß mich von Verrätherei, von Ehebruch und Mord träumen; dieß

ſind Königsträume.

Dumas, die Gräfin von Salisbury. 2