Druckschrift 
Die Gräfin von Salisbury : historischer Roman / von Alexandre Dumas. Deutsch von Friedrich Wilhelm Bruckbräu
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

verlanget Ihr von mir? Ihr wißt, daß eine Frau nicht geloben kann, weil ſie unter der Gewalt eines Herrn ſteht. Hohn ſey jener, die in einem ſolchen Falle ihre Pflichten ſo ſehr vergäße, nicht die Erlaubniß ihres Gebieters zu erwarten!

Thut dreiſt Euer Gelübde, Madame, ſagte Eduard, und ich ſchwöre Euch, es ſtets zu unterſtützen und nie zu hindern.

Wohlan, erwiederte die Königin,ich hatte Euch nooch nicht geſagt, daß ich geſegneten Leibes ſey, denn ich fürchtete, mich zu täuſchen. Aber ſo eben, mein lieber hoher Herr, fühlte ich mein Kind in meinem Schooße ſich bewegen. Höret mich alſo nun an, denn weil Ihr mich zu ſchwören ermächtigt habet, ſchwöre ich bei unſerem, aus der Jungfrau geborenen Heilande, der am Kreuze geſtorben iſt, daß ich nur auf franzöſiſchem Boden gebären werde, und ſo Ihr den Muth nicht be⸗ ſitzet, mich hinzuführen, wenn die Zeit meiner Entbin⸗ dung gekommen ſeyn wird, ſo ſchwöre ich noch über⸗

.

dieß, mit dieſem Dolche mich zu durchbohren, um mei⸗

nen Schwur auf Koſten des Lebens meines Kindes und

des Heiles meiner Seele zu halten. Sehet, Sire, ob

Ihr an Nachkommenſchaft reich genug ſeyet, um Eure Gemahlin und Euer Kind zugleich zu verlieren. Niemand wird mehr ein Gelübde thun, rief Eduard mit bewegter Stimme aus.Genug ſoicher Schwüre, und Gott verzeihe ſie uns! Gleichviel, verſetzte Robert von Artois, wieder auf⸗ ſtehend,ich hoffe, daß, Dank meinem Reiher, mehr

Worte verpfändet wurden, als ihrer zu dieſer Stunde 3

,˙