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Die Gräfin von Salisbury : historischer Roman / von Alexandre Dumas. Deutsch von Friedrich Wilhelm Bruckbräu
Entstehung
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Ich glaube, daß Eure Hoheit ſich irrt, äußerte

der Graf Johann von Hennegau;denn ich höre im Vorgemache eine Art Lärm von Stimmen, der wohl ſeine Rückkehr verkünden möchte.

Er wird willkommen ſeyn, entgegnete der König.

Im nämlichen Augenblicke gingen die beiden Flügel der Thüre des Speiſeſaales auf, und der Graf Robert, prächtig gekleidet, trat in den Saal, von zwei Minne⸗ ſängern gefolgt, die auf der Viola ſpielten; hinter ihnen gingen zwei edle junge Mädchen, die auf einer ſilbernen Schüſſel einen gebratenen Reiher trugen, dem man, da⸗

mit er leichter erkannt werden konnte, ſeinen langen

Schnabel und ſeine langen Klauen gelaſſen hatte, end⸗ lich hinter den jungen Mädchen kam hüpfend und grimaſſi⸗ rend ein Gaukler, der die Minneſänger, eine baskiſche Trom⸗ mel rührend, aceompagnirte. Robert von Artois begann langſam den Rundgang um die Tafel von dieſem ſeltſamen

Zuge gefolgt, und gab bei dem Könige ſtehen bleibend,

der ihn erſtaunt anſchaute, den beiden jungen Mädchen ein Zeichen, den Reiher vor ihn hinzuſtellen. Eduard ſprang mehr von ſeinem Sitze empor, als daß er⸗ ſich erhob, und zu Robert von Artois ſich wendend, ſchaute er ihn mit zorn⸗ funkelnden Augen an; aber als er ſah, daß ſein Blick jenen des Grafen nicht zu ſenken vermochte, rief er mit bebender Stimme aus:Was ſoll dieß heißen, Gaſt? Vergilt man ſo in Frank⸗ reich die Gaſtfreundſchaft? Iſt ein elender Reiher, deſſen Fleiſch meine Falken und Hunde verſchmähen, ein königliches Wild, das man in unſerer Gegenwart auftiſchen kann?

und ſtarker Stimme:es fiel mir ein, als mein Falke

Höret, Sire, erwiederte Graf Robert mit ruhiger