Jagd, denn er trug auf ſeinem Handſchuhe den hübſcheſten Zierfalken, der jemals zur Lerchenbeize abgerichtet wurde.“ „Um wie viel Uhr?“ fragte der König. „Gegen drei Uhr, Sire.“ „Und was hattet Ihr ſo früh an den Ufern der Themſe zu thun?“ fragte mit ſanfter Stimme die ſchöne Elſe. „Ich träumte,“ antwortete ſeufzend der junge Mann.
„Ja, ja,“ äußerte Salisbury lachend;„Wilhelm ſcheint in ſeinen Liebſchaften nicht glücklich zu ſeyn, denn ſeit einiger Zeit bemerke ich an ihm alle Symp⸗ tome einer hoffnungsloſen Liebe.“
„Mein Oheim!“ ſagte Wilhelm erröthend.
„Wirklich ¹“ rief Elſe mit ſeltſamer Treuherzigkeit aus; „wenn ſich's ſo verhält, will ich Eure Vertraute werden.“
„Habet Mitleiden mit mir, anſtatt meiner zu ſpot⸗ ten, Madame,“ murmelte mit beklommener Stimme Wilhelm, der zugleich einen Schritt zurücktrat, und mit der Hand nach ſeinen Augen fuhr, um zwei große Thränen zu verbergen, die am Saume ſeiner Wimper zitterten.
„Der arme Junge!“ ſagte Elſe;„es ſcheint ja Ernſt zu ſeyn.“
„Voller Ernſt,“ antwortete mit ſcheinbarer Wich⸗ tigkeit der Graf von Salisbury;„aber Wilhelm iſt ein verſchwiegener Edelknappe, und ich ſag's Euch zum voraus, daß Ihr ſein Geheimniß erſt erfahren werdet, wenn Ihr ſeine Tante ſeyd.“
Nun erröthete auch Elſe.
„Dann erklärt ſich Alles,“ verſetzte der König;„die Jagd wird ihn bis Greenwich geführt haben, und wir werden ihn erſt morgen bei dem Frühſtücke wieder ſehen.“
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