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Die Gräfin von Salisbury : historischer Roman / von Alexandre Dumas. Deutsch von Friedrich Wilhelm Bruckbräu
Entstehung
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2 Philipp, trotzen. Doch gleichviel, es liegt mir deßhalb nicht weniger daran, zu erfahren, was aus unſerm Gaſte geworden iſt. Habt Ihr hierüber keine Nach⸗ richt erhalten, Salisbury?

Um Vergebung, Sire, antwortete der Graf;Ihr fragt mich um etwas, worauf ich keine ſchickliche Ant⸗ wort zu geben wüßte. Seit einiger Zeit ſind meine Augen durch den Glanz eines einzigen Antlitzes derge⸗ ſtalt geblendet, meine Ohren ſind ſo aufmerkſam auf die Melodie einer einzigen Stimme, daß ich, wäre der Graf Robert, obgleich ein Königsenkel, an mir vorüber gegangen, ſelbſt mir ſagend, wohin er gehe, wahrſchein⸗ lich ihn weder geſehen noch gehört hätte. Doch wartet, Sire; denn hier iſt ein junger Edelknappe,*) der ſich auf meine Schulter neigt, und vermuthlich hiewegen mir etwas zu ſagen hat.

Wirklich neigte ſich Wilhelm von Montaigu, Neffe des Salisbury, hinter dem er ſtand, und flüſterte ihm in dieſem Momente einige Worte in's Ohr.

Nun denn? fragte der König.

Ich täuſchte mich nicht, fuhr Salisbury fort; Wilhelm begegnete ihm dieſen Morgen.

Und wo? ſagte der König, indem er das Wort unmittelbar an den jungen Edelknappen richtete.

An den Ufern der Themſe, Sire; er begab ſich gegen Greenwich hinab, und ging ohne Zweifel auf die

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*) Bachelier. So hieß man, die Söhne von guter kunft, die weniger als vier Bachelles Grund u 8 deen beſaſſen.