den Kummer, den mein Herz trotz des beſten Willens nicht immer zu verbergen vermag, nicht ſchmachvolle Be⸗ rechnung!
— Ich weiß, ich weiß! rief Heinrich, überwältigt von den zahlloſen Beweiſen der Uneigennützigkeit dieſer edlen Seele. Aber eine Klage beweiſ't doch immer, daß Sie leiden, und jedes Ihrer Leiden wird mir ſelbſt zur Höllenqual.
— Sire, dieſes einzige Wort meines Königs genügt mir! Sobald Sie begriffen haben, daß ich leide, ſobald Sie mich bedauern, erkläre ich mich befriedigt, und werde mich bemühen mich zu tröſten, dieſe Traurigkeit zu ver⸗ bannen, die Ihre Blicke verletzt.—
Bei dieſen Worten richtete ſie das Haupt empor, als wolle ſie die langen, thränenfeuchten Wimpern vom Winde trocknen laſſen.
— Meine arme Gabriele, ſprach der König traurig, Du leideſt, ja, ja, ich weiß es wohl! Man begeht Unge⸗ rechtigkeiten gegen Dich, die ich deutlicher wahrnehme als ich es ſage, gegen Dich, die beſte, die vollkommenſte der Frauen, die jemals meinem Throne nahe geſtanden haben. Dieſe Elenden! Sie wiſſen nicht dieſes Engels⸗ herz zu ſchätzen, das, ſtatt ſich zu rächen, nur weinen kann, und ſich bemühet, mir ſeine Thränen zu verbergen⸗ Aber Geduld, meine Gabriele! noch bin ich nicht Herr in meinem Hauſe; von allen Seiten werde ich gedrängt und beſtürmt; ich habe dieſen Valois⸗Laramée auf dem Nacken; dieſe bösherzige Montpenſier mit ihrer Bande


