keineswegs ſo eingebildet, wie Ew. Majeſtät mir vorwer⸗ fen. Iſt der Zorn, die Verachtung eines Vaters nicht allein ſchon eine hinreichende Wunde, um daran zu ver⸗ bluten?.
— Ihr Vater? Wahrhaftig, um deſſen Gering⸗ ſchätzung würde ich mich nicht ſo viel kümmern! Ich ſollte meinen, Herr von Eſtrées hätte alle Urſache ſeinen hochmüthigen Zorn etwas herabzuſtimmen, ſeitdem er es ſich hat gefallen laſſen, Sully vorgezogen und zum Groß⸗ meiſter der Artillerie ernannt zu werden. Ich rathe ihm ſehr, noch den Stolzen ſpielen zu wollen!
— Und dennoch, Sire, nährt er noch denſelben Groll gegen mich im Herzen, und welches Kind könnte ohne Schmerzen ſehen, wie ein früher ſo zärtlicher Vater—
— Ich bitte Sie um Alles in der Welt, Marquiſe, ſagen Sie mir doch ſo etwas nicht! Dieſer zärtliche Vater, er war Nichts als ein grauſamer Wächter, der Sie zur Verzweiflung brachte. Haben Sie Bougival ſchon vergeſſen? und den bucklichen Liancourt? Gehen Sie, gehen Sie, Marquiſe— wenn Sie aus Sehnſucht nach einem ſolchen Vater mit mir ſchmollen könnten, ich würde Sie beſchuldigen, nicht wahrhaft und natürlich zu ſein, ſondern daß Sie um irgend einer geheimen Urſache willen abſichtlich Händel mit mir ſuchen.
Gabriele erbebte..
— In Wahrheit, Sire, antwortete ſie, Sie ſchei⸗ nen ſich vorgenommen zu haben, meine Lage nicht be⸗ greifen zu wollen. Muß ich mich einem ſo gewandten


