Teil eines Werkes 
8. Bd. (1856)
Entstehung
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Wahr und wahrhaftig! rief der König; ich habe mit Allem gebrochen, was Sie irgend betrüben könnten Und bin ich denn übrigens nicht ſchon in dem Alter, um vernünftig zu werden? neige ich mich nicht ſchon hier und da zum Grauſchimmel? Und wenn ich ja noch in Gefahr kommen ſollte zu ſtraucheln, habe ich denn nicht meinen Schutzengel zur Seite, deſſen Hand mich ſchnell wieder auf die gute Bahn leitet?

Der gute Heinrich fühlte zwar einen zärtlichen Druck dieſer kleinen Hand, aber die Wolken auf der Stirn der Marquiſe wollten fich noch eben ſo wenig verziehen, als die am Himmel.

Wenn ich traurig bin, ſprach ſie leiſe, ſo iſt es nicht die Schuld des Königs.

Weſſen denn?

Die meinige ganz allein, die meiner unglücklichen Natur, die ſich über Alles beunruhigt.

Aber welche Art von Sorgen können Sie ſich machen, Marquiſe? Ueberlaſſen Sie dies den armen gekrönten Märtyrern, die zwanzigmal des Tages von unvorherge⸗ ſehenen Leiden überfallen werden. Dieſe haben wenig⸗ ſtens hinreichende Urſache ſich über Alles zu beunruhigen. Sie aber, ſind Sie nicht von Leuten umgeben, die eifrig bemüht ſind, alle Dornen von Ihrem Lebenspfade zu entfernen? Wenn Sie ſie alſo nicht ſelbſt aufſuchen, wie es allerdings die Art der Frauen iſt

Das glaube ich nicht, Sire! unterbrach ihn Ga⸗ briele lebhaft. Nein, meine Sorgen und Dornen ſind