verlaſſen.— Sie haben eine beſondere Vorliebe für Paris?
Gabriele erröthete— wahrſcheinlich nur in Folge des ſcharfen Windes, der ſich plötzlich erhob.
— Ich habe keinen anderen Willen, ſprach ſie, als den meines Herrn und Königs.
— Ach! wie hold und lieblich würden mir dieſe Worte klingen, rief Heinrich, wenn Ihr Ton nicht ſo deutlich die Reſignation verriethe! Laſſen Sie mich hören, Marquiſe, was dies kleine, theure Herzchen bedrückt. Seit einiger Zeit iſt Ihr Benehmen gegen mich ein ſo kaltes, ſo zurückhaltendes; was haben Sie mir vorzuwerfen? Habe ich mich etwa geändert? Laſſen Sie hören: ſollten Sie noch irgend einen Nachklang von früherer Eiferſucht im Herzen bewahren?
Bei dieſen Worten forſchten ſeine Augen mit einer Neugierde in Gabriele's lieblichem Antlitze, die eben nicht von einem ganz reinen Gewiſſen des königlichen Inquiſi⸗ tors zeugte. Aber Nichts war zu entdecken, was jene Vermuthung beſtätigt hätte.
— Ich kann Ew. Majeſtät verſichern, ſprach Ga⸗ briele mit einer Schlichtheit und Natürlichkeit, die Hein⸗ rich weſentlich beruhigte, daß dies in keiner Weiſe der Fall iſt.
— Es würde mich auch in Staunen geſetzt haben, erwiederte er; denn wenn jemals ein Betragen muſter⸗ haft zu nennen war, ſo iſt es das meinige.
Ein ungläubiges Lächeln zuckte um Gabriele's Lippen.


