Teil eines Werkes 
7. Bd. (1856)
Entstehung
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untergehende Sonne beleuchtete das Gemach mit ihren goldenen Strahlen, und durch zwei kleine runde Fenſter konnte der Gefangene, wenn er ſich auf die Zehen erhob, durch die Eiſenſtäbe das ganze prachtvolle Panorama der alten Stadt überblicken, vort die fernen Hügel, um die ſich die Abendnebel ſchon zu ſammeln begonnen, rechts den hohen Thurm von der Nötre⸗Dame, das Häuſermeer überragend, und dicht vor ſich die mit Eis⸗ ſchollen bedeckte Seine.

Esperance ſtieß einen Freudenſchrei aus; der Anblick ſeines neuen Palaſtes am Abend zuvor hatte ihn kaum ſo entzückt.

Aber ſein Entzücken mehrte ſich noch, als der Ge⸗ fangenwärter, der ſich jetzt eben ſo eifrig bemüht zeigte, Esperance gefällig zu ſein, als er es vorher nicht ge⸗ weſen war, die Eiſenſtangen einer feſten, maſſiven Thür weghob, die auf einen kleinen wie ein Käfig ganz um⸗ gitterten Balcon führte, und dieſe Thür nun öffnete. Raſch ſchritt der Gefangene hinaus und ließ ſich auf eine durch den runden Mauervorſprung gebildete Bank nieder, um den wundervollen Anblick zu genießen.

Das Eiſengitter war zwar ſo dicht, daß der Unten⸗ ſtehende nicht das Mindeſte zu erkennen vermochte; aber der wie ein Adler in ſeinem Horſte hier oben Schwe⸗ bende konnte das ganze Gemälde frei und ungehindert überblicken.

Esperance griff in ſeine Taſche und gab dem Schlie⸗ ßer die Hälfte der darin befindlichen Piſtolen.