Teil eines Werkes 
7. Bd. (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

Urbain! rief Esperance überraſcht, Urbain du Jardin?

Sie haben ihn gekannt?

Der hugenottiſche Page, dachte Esperance, den der ſchändliche Laramée ermordet hat!

Sie haben meinen armen Urbain gekannt? wie⸗ derholte der Gouverneur ſeine Frage.

Nur flüchtig, wie man ſich eben im Feldlager kennen lernt; aber Herr von Crillon hat mit mir öfter von ihm geſprochen.

Ja, ja, murmelte der Greis ſchmerzlich vor ſich hin, der wackere Crillon war es, der ihn in ſeinen Armen aufhob, ſeinen letzten Seufzer empfing. Es ſoll nicht geſagt werden, daß ſich Jemand vergeblich bei mir auf Crillons Freundſchaft berufen hat. Gehen Sie, mein junger Freund, folgen Sie dem Schließer.

Ohne weiter zu ſprechen, entfernte ſich der Gouverneur traurig und ließ Esperance in ſchmerzlichem Staunen zu⸗ rück. Seltſam! das eine dem von Henrietten geleiteten Mörderdolche entgangene Schlachtopfer ſollte nun in dem⸗ ſelben Gemache der Nachfolger jenes anderen ſein, das von der Kugel deſſelben Mörders getroffen worden war!

Dieſes obere Thurmgemach, vor dem mancher Andere vielleicht erſchrocken ſein würde, erſchien Esperance im Vergleich mit dem ſchauderhaften Aufenthalt, den er ſo eben verlaſſen, als ein Paradies. Das Gewölbe war zwar niedrig, das Fenſter mit Eis überzogen, aber es wehte ihm doch eine reine, geſunde Luft entgegen, die