Teil eines Werkes 
7. Bd. (1856)
Entstehung
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gefangene, der hier eintritt, darf nicht mehr mit der Welt verkehren, und dieſe darf Nichts mehr von ihm wiſſen. Ich habe nicht das Recht, irgend Jemand, wer es auch ſei, von Ihrem Hierſein in Kenntniß zu ſetzen. Es könnte dies ja ein Geheimniß zwiſchen dem König und dem Gefangenen betreffen, ein Geheimniß, das der König die Gnade hat mir anzuvertrauen, und es hieße dieſem königlichen Vertrauen ſehr ſchlecht entſprechen, wenn ich es verriethe. Sie ſehen alſo ein, daß meine Ehre mir verbietet, Ihren Wunſch zu erfüllen. Ganz beſonders aber im vorliegenden Falle habe ich es lediglich mit dem Könige zu thun, da er Ihren Verhaftsbefehl eigenhändig ausgefertigt hat, was doch ſonſt in der Regel nicht ge⸗ ſchieht.

Esperance ließ den Kopf ſinken; zum erſtenmale be⸗ ſchlich ihn eine Anwandlung von Beſorgniß, es war ihm, als ob die Thür, durch welche er einen Augenblick einen Strahl von Licht und Freiheit zu erkennen geglaubt hatte, ſich ihm feſter als vorher verſchlöſſe.

Handeln Sie nach Ihrem Ermeſſen, mein Herr, ſprach er; ich will Sie weder zu einer Pflichtverletzung veranlaſſen, noch Ihnen Unannehmlichkeiten zuziehen. Ich werde dulden und ſchweigen.

Der alte Edelmann, der ſchon ſo viele Gefangene unter ſeiner Obhut gehabt hatte, wußte recht gut Reſigna⸗ tion von Heuchelei, Geduld von Feigheit zu unterſcheiden.

Das iſt ein liebenswürdiger Charakter, dachte er; vielleicht ein verhätſchelter Liebling des Königs ſelbſt,