— Unſern tapfern Crillon? rief der Gefangenwärter lebhaft.
— Ganz recht.
— Sie kennen ihn?
— Ja wohl, und ich darf wohl ſagen, daß er mein beſter Freund iſt. Geht alſo zu ihm und ſagt ihm weiter Nichts, als daß ich hier, im kleinen Chatelet, gefangen ſei. Meinen Namen werdet Ihr Euch leicht merken kön⸗ nen: ich heiße Esperance.
— Esperance?— Ein ſchöner Name für einen Ge⸗ fangenen, ſprach der Gefangenwärter lächelnd.
— Nicht wahr? verſetzte Esperance, ohne einen Schein von Bitterkeit oder Kummer. Nun, werdet Ihr mir dieſen kleinen Dienſt leiſten, mein Freund?
— Wir wollen ſehen, was ſich thun läßt, ſprach der Gefangenwärter und entfernte ſich gedankenvoll, denn ſo viel Sanftmuth und Geduld, die auffallende Schönheit ſeines neuen Gefangenen, hatten wider Willen eine Art von Mitleid und Zuneigung in ihm erweckt.
Allein trotzdem ging er nicht zu Crillon, ſondern zum Gouverneur, den er pflichtgemäß von dem Begehren des Gefangenen in Kenntniß ſetzte. Auch auf dieſen hatte das Geſicht und die edle, freie Haltung Esperance's einen vortheilhaften Eindruck gemacht, und ſo ſah derſelbe denn kurze Zeit darauf den Gouverneur ſelbſt in ſeine Zelle treten.
— Sie nennen ſich einen Freund des Herrn von Crillon? fragte Letzterer.


