Teil eines Werkes 
6. Bd. (1856)
Entstehung
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ten nachſpürte! Sie ſchleichen ſich allein aus dem Louvre, Sie laufen allein, ohne Schutz, ohne Verthei⸗ digung, durch dieſes finſtere Paris, wo ſo viele Feinde lauern, die Sie verderben wollen, das von Mördern wimmelt! Ja, Sire, Sie ſetzen Ihr Leben in Gefahr, und um meinetwillen, weil Sie ſich ſelbſt meiner treuen Wachſamkeit und Fürſorge entzogen haben; Sie geben Ihr koſtbares Leben der Gnade eines jeden Banditen Preis, der Ihnen, um eine volle Börſe zu erbeuten, das Herz durchbohren kann, dies königliche Herz, durch welches ganz Frankreich athmet!

Als Gabriele ſo ſprach, war ihr Schmerz ein wahrer, unverſtellter, der ſich in Thränen und Schluchzen Luft machte, und faſt ſterbend ſank ſie in die Kiſſen ihres Armſtuhles zurück.

Hal elender Angeber und Verräther! grollte Heinrich vor ſich hin; ich erkenne ſogar ſeine ſchönen Worte wieder! Gabriele! mein Leben, meine Seele, mein Alles! Komm wieder zu Dir! Gabriele, ver⸗ gieb mir!

Gabriele konnte nicht ſprechen; der Schmerz über⸗ wältigte ſie und raubte ihr die Sprache; ſie hatte nur Thränen ſtatt der Worte.

Der König warf ſich vor ihr auf die Knie nieder, umſchlang ſie mit ſeinen Armen, und verſuchte ihre vor Fieberfroſt zitternden Hände durch ſeine glühenden Küſſe zu erwärmen.