Teil eines Werkes 
6. Bd. (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

Gott möge Jeden davor bewahren! warf Ga⸗ briele raſch ein. Iſt dies aber die Wahrheit oder nicht?

Wer hat es Ihnen hinterbracht, Madame?

Oh! eine wohlunterrichtete Perſon.

Nur eine einzige konnte wiſſen...

Und dieſe eben war es, ſprach Gabriele, die um nichts in der Welt wiſſen laſſen wollte, daß ſie ſelbſt die Lauſcherin geweſen.

Ein junger Menſch nicht wahr? fragte Hein⸗ rich mit unterdrücktem Zorn.

Nehmen wir an, daß es ein junger Menſch ge⸗ weſen ſei, erwiderte Gabriele, einer weiteren Erklärung, aus Furcht ſich zu verrathen, ausweichend.

Das iſt eine ſchändliche Verrätherei! rief der König.

Sire, wenn hier von Verrath die Rede ſein kann, ſo waren Sie es allein, der an mir zum Verräther geworden iſt, was ich nicht verdient habe. Sie haben mein armes Herz, das bei dem bloßen Gedanken an Sie vor Liebe und Vertrauen überfloß, gebrochen. Sie haben mehr gethan als mich bloß hintergangen, Sire, Sie ha⸗ ben meine Lebensruhe für immer zerſtört... was ſage ich? mein Gewiſſen belaſtet!

Wie? rief der König, mit Verlegenheit, Zorn und Schmerz zugleich kämpfend, Ihr Gewiſſen?

Ja, Sire, mein Gewiſſen: Sie müſſen ſich ver⸗ bergen, um mich zu täuſchen als ob ich Ihren Schrit⸗