Teil eines Werkes 
6. Bd. (1856)
Entstehung
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Nach dieſen Worten ſank ſie erſchöpft nieder und man ſah es ihr an, welche Gewalt ſie ſich anthat, um ihre hervorbrechenden Thränen zu verbergen.

Dieſe Einleitung hatte den König in einige Verlegen⸗ heit geſetzt. Er breitete die Arme aus, um die theure Betrübte an ſein Herz zu ſchließen; ſie aber wich ihm aus und ergriff mit ihren eiskalten Händen die ſeinen.

Aber um Gotteswillen! was iſt denn nur ge⸗ ſchehen, meine Gabriele? fragte Heinrich, ſelbſt erbleichend.

Sire, ſprach ſie, ſich faſſend, ich hatte das Glück Sie zu kennen, als Sie noch um Ihre Krone kaͤmpften, Sie erzeigten mir die Ehre mich aufzuſuchen, Sie flößten. mir ein Gefühl von Zärtlichkeit ein, das meine eifrigen Feinde für ehrgeizige Abſicht erklärten. Damals war Ihre Zeit zwiſchen dem Kriege und der Liebe getheilt, jener Liebe, auf die ich ſtolz war, durch die ich Ihr ganzes Herz ich darf es ſagen beſaß und be⸗ herrſchte; ich hätte Sie unglücklich gemacht, wenn ich es verweigert hätte die Ihre zu werden..

Das wäre in der That das Unglück meines Le⸗ bens geweſen! Aber Sie waren gütig und treu; Ihr freiwillig gegebenes Wort haben Sie muthig und ſtand⸗ haft gehalten.

Nicht wahr, das habe ich? Ich habe die Vorwürfe, den Zorn, den Haß meines Vaters aus Liebe zu Ihnen muthig ertragen; ich duldete es, daß der Name eines Mannes mit Verachtung gebrandmarkt ward, weil ich dieſen Namen geführt; ich habe es ertragen, daß der