— Genug! Ich liebe die Leute nicht, die mir Trotz bieten, oder mich verrathen.
— Verrathen! Herr Ritter, ich ſollte Sie verrathen?
— Ohne Zweifel, wenn Du ausgeplaudert, was ich Dir anvertraut habe. Du biſt mir zweifachen Gehorſam ſchuldig: als Deinem Oberſten und als Deinem Beſchützer. Du hätteſt mir Dein Leben geben müſſen, wenn ich es gefordert, und ich hielt Dich für einen ſo braven Mann, der dieſe Schuld bei Gelegenheit zahlen würde.
— Ach, Herr, ſchonen Sie mich!
— Wenn wir im Lager wären, ſagte Crillon, der immer heftiger ward und ſeinen Schnurbart drehte, ſo würde ich Dich erſchießen laſſen. Aber hier ſteht der Edelmann dem Edelmanne gegenüber, und ich gebe Dir einen ſchimpflichen Verweis. Als Herr dem Diener gegen⸗ über jage ich Dich fort. Packe Deine Sachen zuſammen, wenn Du welche haſt, und geh'!
Pontis erbleichte und gerieth völlig außer Faſſung.
— Ach, Herr von Crillon, ſtammelte er, haben Sie Mitleiden mit einem armen, wehrloſen Menſchen!
— Ich will es, aber gieb mir das Billet!
Pontis ließ den Kopf hängen.
— Gieb es mir, oder Du verlierſt nicht nur den Dir anvertrauten Poſten hier im Kloſter, ſondern auch Deine Waffe als Gardiſt. Als Dein Oberſt kann ich Dich ent⸗ laſſen. Du biſt nicht mehr im Dienſte des Königs!
In Pontis' Zügen malte ſich die Verzweiflung; er verbeugte ſich demüthig.
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